Shooting vom 17.10.17 - Giovanni Baroni

Manchmal werde ich gefragt wie das mit den Shootings bei mir so abläuft. Einige Fragen diesbezüglich habe ich in der Vergangenheit schön via SocialMedia beantwortet, oder sogar hier etwas zusammgengefasst:

https://www.facebook.com/pg/mysticalpics/photos/?tab=album&album_id=631798097023998

Und da jetzt nicht alle im Facebook sind, möchte ich hiermit mit einem kleinen Shooting-Report eine Einsicht in meine Arbeit geben.

Vorabinfo: Sämtliche hier gezeigten Bilder sind lediglich in Lightroom entwickelt, jedoch in ihrer Natürlichkeit belassen. d.h. KEINE Hautkorrekturen oder Pinselarbeiten in Photoshop.

Etwas über zwei dutzend Photos werden aus Intimitätsgründen und Sittlichkeit nicht veröffentlicht. Für mich als Fotograf natürlich schmerzhaft, also zumindest bei einigen Topshoots.

Normalerweise erhalte ich Shootinganfragen persönlich oder via Socialmedia. Vorliegendes Model hat mich bereits mehrmals kontaktiert (ich springe normalerweise nicht irgendwelchen flüchtigen Interessensbekundungen nach, also man muss mir schon den Willen zu verstehen geben).

Wir haben uns dann sogar relativ spontan für ein Datum festgelegt und ich konnte damit sogar Idealerweise ein ausgefallenes, anderes Shooting damit ersetzen.

Die Idee war zwei Tage 17.10.17-18.10.18 in meiner Umgebung Outdoor und Bilder im Tipi zu machen. Konkret haben wir uns aber nicht festgeleg.

Nach telefonischer Rücksprache gab ich ein paar Requisiten Ideen für das Shooting mit. 

Nachdem dann das Model um 15  Uhr vor meiner Haustüre stand, haben wir in einem Kurzmeeting das ungefähre Vorgehen besprochen. Wir haben uns noch nicht festgelegt, aber ich hab ein paar Ideen und ältere/neuere Beispielbilder gezeigt.

So entschlossen wir uns die Tage in 3 Shootings aufzuteilen:

1. Outdoor Shooting = insgesamt 2h vor Sonnenuntergang im Wald und danach am See

2. Shooting im Tipi =  Mitternachtsshooting Akt/Teilakt

3. Outdoor Shooting =  weitere 2h vor Sonnenunterang in einem anderen Wald und See

Dann klärten wir auch kurz die finanzielle Wertschätzung, und das Model sicherte mir auch zu, dass ich viele Bilder selbst verwenden kann, was ich hiermit auch nach Rücksprache mache.

Damit uns die Zeit nicht davonlief wegen dem Sonnenuntergang, bat ich meine Partnerin dem Model kurz Unterstützung zu leisten für die Kleiderauswahl von Moskitoo.

Ich war positiv überrascht wie schnell dies alles ging, und so zögerten wir nicht gleich das Haus zu verlassen. Um mobiler zu sein, und schneller zu sein, habe ich mich Lichttechnisch aufs Minimum beschränkt (available Light), und den Kleinwagen vor dem Camper vorgezogen. Soviel ich erinnere nutzte ich keinen Flash, jedoch zum Teil einen LED Strahler als Aufhell-Licht.

Wir beschlossen uns, zuerst an meinen Hausberg zu starten und danach an den See zu fahren. Model und ich vollgepackt auf eine kleine Wanderung, denn die paar Shootingplätze sind nur über einen kurzen, steilen Fussweg erreichbar.

Die Idee inmitten im Wald auf dem Berg zu shooten erwies sich aber als ungeeignet, das daneben stehende Blumenfeld gab mir mehr Möglichkeiten.

Das Model hatte noch keinerlei Shooting oder Poseingerfahrungen, verstand aber meine kurzen Tipps gut und authentisch umzusetzen. War positiv überrascht wie einfach und unkompliziert das verlief.

Für sämtliche Shoots hier nutzte ich primär die Sony A9... die ersten paar Aufnahmen entstanden mit der Linse FE 100mm F2.8 STF GM OSS. 

Diese Linse nutze ich relativ neu, d.h. ich habe noch nicht wirklich grosse Shootingerfahrungen damit gesammelt. Jedenfalls werde ich dies künftig vermehrt einsetzen.

Die anderen entstanden mit dem 85mm F1.4 GM von Sony.

Hier gehts zum ersten Setting im Wald:

1. Setting: Wald/Stierenberg

Wir haben locker gestartet, ein paar Plätze probiert, Vertrauen erarbeitet... ich merkte aber schnell dass die Sonne sinkt..., so war es ein spontaner Entschluss, einen zuvor gesichteten Platz auszulassen und direkt zum See zu fahren.

Die Pause am See war aber nicht sonderlich grosszügig, denn die Sonne lag bereits tief als wir mit den ersten Shoots wir starteten.

Da ich mit dem Sonnenuntergang eher wärmere Bilder präferierte, gab ich dem Model einen roten Organza Stoff. Ich habe solchigen Stoff in einigen Farben an Lager und setze ihn auch gerne bei Teilakt ein.

2. Setting: Sonnenuntergang am Sempachersee

Um 18:30 Uhr fiel dann der letzte Shoot. Somit sind hiermit zwei intensive Shootingstunden von 16.30 - 18.30 Uhr entstanden mit doch sehr vielen verwendbaren Bildern.

Nicht nur dem Model, sondern auch mir war danach frisch, denn aus Zeitgründen stand ich da mit nassen Hosen im Wasser.

Wir fuhren danach nach Hause und wurden von meiner Partnerin mit einer frischen und vorallem warmen Kürbissuppe mit Gemüse  aus dem Garten verwöhnt. Waren danach auch ziemlich erschöpft und haben uns dann eine doch etwas längere Pause gegönnt.

Während das Model dann noch ein paar zusätzliche Kleider aussuchte, hatte ich Zeit das Tipi einzufeuern wo das nächste Setting geplant war.

Das Tipi steht ja direkt neben dem Haus und war relativ schnell auch betriebswarm. Das mit dem Lichtsetting war auch keine Hexerei, hatte ich doch wenige Tage zuvor darin mein erstes Aktshooting darin gemacht. 

Das Tipi, sowie vorallem die wunderschöne Lichtsäule und eine Lampe draussen stammt von Christoph Käsermann  und ich bin sehr dankbar dies so nutzen zu können. Es ist ganz schön warm darin und auch sehr gemütlich, einziger Nachteil ist halt der beschränkte Platz zum Shooten.

Beginnend mit Moskitoo Kleider haben wir Teilakt/Akt geshootet mit gemütlicher Hintergrundmusik. Ohne Zeitdruck, denn ich habe gesagt, wir machen solang es Sinn macht und das Model sich konzentrieren könne.

Eher freizügigere Shoots, oder Detailaufnahmen sind dem Model vorbehalten und hier nicht im Album ersichtlich.

3. Setting: Tipi Akt/Teilakt

Es sind wirklich viele schöne Aufnahmen entstanden. Bei der Entwicklung habe ich einige Schwarz/Weiss gemacht, da dies ein Wunsch des Models war. Grundsätzlich jedoch, kann man meine Bilder alle letztlich in S/W wandeln am Ende.

Wir verliessen das Tipi erst kurz vor Sonnenaufgang, haben dafür den wirklich kompletten Morgen und Mittag verschlafen.

Irgendwie haben wir glaubs beide alle Knochen und Muskel gespürt, kamen auch nicht so wirklich zackig in die Gänge, mussten uns schon fast beeilen für das nächste Setting im Wald. Einen wirklichen Plan hatten wir auch da nicht, wir fuhren einfach mal los, schauten zuvor ein paar Möglichkeiten an, entschlossen uns dann letztlich dorthin zu gehen, nach einer kurzen Essenspause mit Falaffel.

4. Setting: Wald in Günikon

Ja und wie es so war, verging dann halt die Zeit so schnell und mussten uns schon beeilen um noch ein wenig im Sonnenuntergang zu shooten. Da der nächste See der Hallwilersee war, zögerte ich nicht dorthin zu fahren, hatte allerdings vergessen, dass dort die Sonne schon früher sinkt wegen dem gegenüberliegendem Hügel.

Ja und irgendwie war das recht witzig erst, denn wir waren beide total gestresst, rannten vom Auto zum See, haben meinen präferierten Platz nicht sofort gefunden (der hat sich gewandelt).

So waren dann die ersten Shoots auch kaum brauchbar, und irgendwie kamen wir so ziemlich genau einige Minuten zu spät an, denn die Sonne war bereits weg.

Versuchten dann aber noch das Beste daraus zu machen. Hatte auch hier nur ein LED Lichtstrahler dabei, selbst diesen aus Zeitgründen kaum eingesetzt. Ein mobiler Studio Flash war zwar mit dabei, jedoch ohne Zwischenstück zur Halterung am Stativ.... hab den Flash allerdings nicht sonderlich vermisst, da ich eh eher natürlichere Bilder vorgezogen hatte.

5. Setting: Hallwilersee

Nach dem Hallwilersee noch eine kurzes Abschlussgespräch und Review am Sempachersee, denn dieser lag auf dem Nachhauseweg.

Natürlich musste ich noch kurz ein letztes Bild machen... war schon recht dunkel, deshalb via Stativ und Langzeitaufnahme ohne Lichtzusatz (Fuji XT-2)

6. Setting: Sempachersee

Zuhause nochmals alles geordnet, Vertragssachen geregelt und Abschied von zwei schönen Shootingtagen genommen.

Ein grosses Danke an das Model, ich finde uns sind gemeinsam sehr schöne Bilder entstanden (auch in Anbetracht für ihr erstes Shooting überhaupt), es war eine sehr angenehme, gemütliche Zusammenarbeit. Auch ganz toll, dass ich ein Grossteil der Bilder hier als Eigenwerbung nutzen kann. Danke fürs ganze Vertrauen.

Vielen Dank auch für die Unterstützung meiner Partnerin für die ganze Teambetreuung, für's Sortieren der Kleider und Hilfe bei der Anprobe. Vielen Dank auch für die erste Grobauswahl fürs finale Album.

Beim Entwickeln dieses Albums war ich mir zu Beginn unsicher, ob ich die Bilder bearbeiten soll oder nicht. Ich habe mich jetzt aber bewusst dagegen entschieden und sie so als Fotografie unbearbeitet und natürlich belassen. Die Bilder sind lediglich in Lightroom entwickelt und optimiert, sind somit authentisch.

Ich entscheide mich nicht immer so, sehe mich aber allgemein eher als Fotograf und nicht als digitaler Bildkünstler. Lieber Shoote ich als meine Zeit der Bildbearbeitung zu widmen. Nicht weil ich es nicht könnte, denn ich profitiere doch als ex-Informatiker von meinem Wissen im Bereich Hard-Software.

Das Model erhält abschliessend so gegen fast hundert Bilder, als online Voransicht und auf einem USB Stick in voller Bildauflösung (für Druck). In der Regel sind dies aber deutlich weniger, auch abhängig wieviel ich bearbeite oder nicht. Damit ich aber auch hier einen aussagkräftigen Einblick vermitteln kann, sind es dann doch soviele geworden.

Ich hoffe doch ich konnte hiermit einen Einblick in meine Arbeitsweise geben, konnte einige Fragen klären, und beantworte sehr gerne weitere persönlich.

Wer jetzt weitere Fragen hat oder mich buchen möchte, kann mich gerne auch via Facebook kontaktieren, oder hier bei About Me.

Technisches

Anbei noch das technisch verwendete Material, Linsen, Blendeneinstellungen.


26.10.2017, Rickenbach, Giovanni Baroni

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